Seit Beginn des hydrologischen Jahres am 1. Oktober hat Spanien mit 601 Litern Regen pro Quadratmeter eine deutlich höhere Niederschlagsmenge verzeichnet – etwa 13 Prozent mehr als im Durchschnitt von rund 532 Litern. Besonders der Süden und Südwesten der Halbinsel zeigen außergewöhnlich hohe Werte, was auf eine anhaltend nasse Saison hindeutet.
Der Niederschlag verteilte sich jedoch nicht gleichmäßig. Während fast das gesamte spanische Festland mehr Regen als üblich erhielt, blieben die kantabrische Küste von Asturien bis zum Baskenland sowie die südliche Hälfte der Provinz Almería etwas trockener. Auffällig sind die starken Überschüsse im südlichen und südwestlichen Teil Spaniens sowie entlang der Mittelmeerküste, wo lokal sogar doppelt so viel Regen fiel wie gewohnt. Auch die Kanarischen Inseln erfuhren teils mehr als die doppelte Niederschlagsmenge, mit Ausnahme der östlichen Hälfte Mallorcas.
Die Folgen des anhaltenden Regens sind in den Stauseen Spaniens deutlich sichtbar: Sie füllten sich im Frühjahr rasch und erreichten mit über 84 Prozent ihrer Kapazität den höchsten Wasserstand seit Jahren.
Für ein Land, das in der Vergangenheit häufig unter Dürre litt, ist dies eine positive Entwicklung. Dennoch warnen Experten, dass diese nasse Phase die grundlegenden Wasserprobleme, besonders im anfälligen Südosten, nicht dauerhaft löst. Spanien erlebt immer häufiger ein Klima mit langen Trockenperioden und kurzen, intensiven Regenfällen, was mit der Erwärmung rund um das Mittelmeer in Verbindung gebracht wird.
Für die kommenden Monate bleibt die Wetterlage spannend: Trotz der nassen ersten Hälfte des Jahres wird für Juni weiterhin wärmeres Wetter prognostiziert, während die Niederschlagsmengen im normalen Rahmen erwartet werden. Für Reisende bedeutet das: Die Natur zeigt sich in seltener Frische und Fülle, doch die Sommerhitze wird trotzdem spürbar sein.
Quelle: Agenturen




